Sicherheitsdilemma | Machtkonkurrenz
Zentraler Prozess im Realismus ist das Sicherheitsdilemma. Das Sicherheitsdilemma beschreibt den ununterbrechbaren Kreislauf der Aufrüstung. Ursache für diesen Kreislaujf ist die steigende Angst der Bedrohung durch die Entwicklung anderer Staaten.
Staat A strebt nach einem der Kernziele des Realismus, der Sicherheit. Um dieses Ziel zu erreichen rüstet Staat A auf.
Staat B beobachtet diese Entwicklung und fühlt sich in der eigenen Sicherheit bedroht.#
Staat B möchte nun auch wieder zu seiner erstrebten Sicherheit zurückkehren und rüstet ebenfalls auf.
Staat A bemerkt dies ...
So wiederholt sich der Kreislauf endlos, solang kein Staat auf die eigene Sicherheit verzichten möchte, dadurch ist also, solang keine aktive Auseinandersetzung herrscht.
Sicherheitsdilemma
Abschreckung und Zwang (Deterrence & Coercion)
Zentrales Mittel im Realismus ist die Abschreckung. Das Ziel der Abschreckung ist, einen potenziellen Gegner oder Angreifer glaubhaft davon zu Überzeugen das die negativen Folgen der Aggression weitaus fataler ausfallen als dessen Vorteile, sodass sich der Angreifer freiwillig dagegen entscheidet, den Status quo zu verändern.
Damit Abschreckung im Sinne des Realismus funktioniert, müssen drei Bedingungen zwingend erfüllt sein:
Capability (Fähigkeit): Ein Staat muss über die realen militärischen oder wirtschaftlichen Mittel verfügen, um dem Angreifer massiven Schaden zuzufügen. Bloße Rhetorik reicht nicht aus.
Credibility (Glaubwürdigkeit): Der Gegner muss fest daran glauben, dass der abschreckende Staat diese Mittel im Ernstfall auch tatsächlich einsetzen wird. Wenn ein Staat rote Linien zieht, diese aber bei Überschreitung nicht verteidigt, bricht die Abschreckung zusammen.
Communication (Kommunikation): Die Drohung und die rote Linie müssen dem Gegner unmissverständlich und glasklar signalisiert werden. Unklarheit führt zu Fehlkalkulationen.